Blogeintrag

Achterbahnfahrt bei den Emissionsrechten – trotz hoher Versteigerungsmengen preislich zuletzt wieder stärker…

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Wie bereits angekündigt, wurde am Mittwoch, den 15.01., in Washington das lang ersehnte Handelsabkommen zwischen den USA und China unterzeichnet. Der Handelskonflikt dauerte nun bereits knapp zwei Jahre. Der feierlichen Zeremonie im Weißen Haus wohnten zahlreiche US-Konzernvertreter bei. Der Text des Abkommens wurde noch nicht veröffentlicht, jedoch sind einige Details nun bekannt geworden: So ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Teilabkommens, dass China seine Importe aus den USA in den nächsten zwei Jahren um 200 Milliarden Dollar erhöhen wird, darunter 75 Milliarden Importe an Industrieprodukten und 40 Milliarden an Agrarprodukten. Zudem gibt es zahlreiche Verbesserungen beim Schutz des geistigen Eigentums und bei erzwungenem Technologietransfer. Auch sollen US-Finanzdienstleister einen besseren Zugang zum chinesischen Markt erhalten. Im Gegenzug soll es keine neuen Zölle geben. Es werden jedoch auch keine bestehenden Zölle aufgehoben, weshalb Beobachter eher von einem Waffenstillstand als von einem Friedensschluss sprechen. Sollte die chinesische Seite ihre Zusagen nicht umsetzen, besteht die Möglichkeit von neuen Zollerhöhungen durch Präsident Trump. Kommentatoren sind sich einig, dass uns der Handelskonflikt der beiden mächtigsten Volkswirtschaften der Welt noch über Jahre begleiten wird. Beide Ringen um die Vormachtstellung. Die CO2-Zertifikate konnten von diesen makroökonomisch positiven Impulsen ebenfalls profitieren und stiegen von Dienstag von im bisherigen Jahrestief bei 23,60 Euro/t CO2 bis Donnerstagmittag um über 6 Prozent bis auf in der Spitze 25,11 Euro/t CO2 an. Und dies, obwohl in dieser Woche 17,8 Mio. EUAs am Primärmarkt versteigert werden. Zuvor mussten die CO2-Zertifikate allerdings auch von 27,14 Euro/t CO2 bis zum besagten Jahrestief bei 23,60 Euro/t CO2 um ca. 13 Prozent deutlichere Verluste hinnehmen. Daher war eine Gegenbewegung im Trading auf der Supportzone bei 23,55 Euro/t CO2 erwartet worden.

Chart aus WeeklyTrading CO2 - sprechen Sie uns an unter research@energycharts.de

Streiks in Frankreich wirken preisstützend

Die Streiks in Frankreich, wegen der geplanten Rentenreform, sorgten zuletzt dafür, dass 7,5 Prozent der französischen Stromerzeugungskapazität ausgefallen sind. Gleichzeitig ist die deutsche Windenergieproduktion stark rückläufig gewesen. Beide Faktoren zusammen führten zu steigenden Strom-Spotpreisen in Europa und auch zu Kaufdruck am Markt für Emissionsrechte. Die vom Streik stillgelegten Kernkraftwerke müssen durch konventionelle fossile Erzeugungskapazitäten ersetzt werden.

Ausblick

Das Angebot an CO2-Zertifikaten auf dem Primärmarkt wird im Laufe dieses Quartals bedingt durch den Start der britischen Versteigerungen deutlich zunehmen und für Preisdruck sorgen. Großbritannien hatte im Zuge der Unsicherheiten über den weiteren Ablauf des Brexits seine Versteigerungen im letzten Jahr ausgesetzt. Nun wird das Land bis Ende 2020 am europäischen Emissionshandel teilnehmen. Wie es danach weitergeht, wird sich in den folgenden Verhandlungen über die weiteren Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich herauskristallisieren.

Polen verauktioniert im Jahr 2020 mehr EUAs

In der nächsten Woche (KW 04) werden wieder weniger EUAs am Primärmarkt verauktioniert. Während in KW 03 die stolze Menge von 17,8 Mio. EUAs in den Markt gebracht wurden, werden es in KW 04 in Summe nur 11,6 Mio. EUAs sein. Auch findet am Mittwoch, den 22.01., weder eine EU- noch eine polnische Auktion statt. Dem Markt wird also Angebot entzogen und wir können gespannt sein, ob sich dies nächsten Mittwoch auch in Preissteigerungen bei CO2 bemerkbar macht. Im Übrigen sind in diesem Jahr die polnischen Auktionsmengen größer als im letzten Jahr 2019. Dies liegt daran, weil Polen entschieden hat, nicht allokierte Zertifikate aus den Jahren 2013 bis 2018 nun auf den Markt zu bringen und nicht in die nächste Handelsperiode (Phase 4) mit Beginn 2021 zu übertragen.

Zwischen dem 21.01. und 24.01. findet das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos statt und bringt die führenden Persönlichkeiten der Welt zusammen, um zu Beginn eines jeden Jahres globale, regionale und branchenbezogene Themen zu erörtern. Wir sind gespannt, welche Rolle der Klimaschutz unter der Wirtschaftsgiganten spielen wird.

Peter Altmaier wird übrigens am 21.01. von 09:40 Uhr bis 10:15 Uhr auf dem Handelsblatt-Energiegipfel 2020 in Berlin eine öffentliche Rede halten. Da dürften die CO2-Emissionsrechte als preisliches Steuerungselement des Klimaschutzes inhaltlich eigentlich nicht fehlen.

Autor: Stefan Küster (www.enerchase.de)

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Autor: Stefan Küster

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