Blogeintrag

Anstieg des CO2-Preises bis auf 90 Euro/t in der nächsten Handelsperiode?

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Zu Beginn der Handelswoche 42 sah es am CO2-Markt nach weiter fallenden Preisen aus. Doch nachdem es im Tagestief bis auf 25,21 Euro/t CO2 hinunter ging, drehte der Markt anschließend und beendete den Handel mit einem leichten Plus von 0,12 Prozent bei 25,83 Euro/t CO2. Die weiter steigenden Corona-Fallzahlen und die Unsicherheiten über die Brexit-Verhandlungen übten am Montag weiter Druck auf die Preise aus. Wie die neuesten Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigten, sind in den ersten 9 Monaten des Jahres 2020 die CO2-Emissionen im Stromsektor um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Insgesamt wurden 36. Mio. Tonnen weniger Kohlenstoffdioxid emittiert. Dies sei vor allem auf die Corona-bedingten Rückgänge des Stromverbrauchs zurückzuführen.

Die bedrohlichen Entwicklungen rund um die zweite Corona-Welle ließen die Märkte zunächst kalt. Im Vordergrund standen zu Beginn dieser Woche noch die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung und das reichlich zur Verfügung stehende Geld der Notenbanken. Der Dow-Jones-Index gewann 0,9 Prozent und der Technologie-Index Nasdaq 100 legte um 3,1 Prozent zu Wochenbeginn zu. Der deutsche Aktienindex DAX konnte hingegen nicht weiter ansteigen und verlor am Montag leicht um 0,5 Prozent.

Nach der kurzen Verschnaufpause ging es am CO2-Markt am Dienstag weiter abwärts. Der Dezember 2020-Kontrakt sank um 2,44 Prozent auf 25,20 Euro/t CO2 und rückte damit in die Nähe der psychologisch wichtigen 25 Euro-Marke. Auch die 24,82 Euro/t CO2-Marke als doppelte Unterstützung aus Juli und August geriet am Dienstag bereits in greifbare Nähe der CO2-Bären. Die Marke konnte jedoch bis dahin noch erfolgreich verteidigt werden.

Kein Mindestpreis beim Emissionshandel

Am Mittwoch hat der CO2-Dez-20 Kontrakt die Verluste des Vortages vollständig wieder aufholen können und stieg um 2,50 Prozent auf 25,83 Euro/t CO2. Ein Vertreter der Europäischen Kommission hatte mitgeteilt, dass ein Mindestpreis kein Teil der Neugestaltung des Emissionshandels sein wird. Es bleibe weiter der mengenorientierte Markt mit der Marktstabilitätsreserve (MSR) bestehen. Positiv wirkten die Meldungen von der Carbon Forward Konferenz, auf welcher sich die Analysten mit ihren Preisprognosen für die nächste Handelsperiode äußerst bullish zeigten. Bis 2030 werden 50 Euro/t CO2 und sogar 90 Euro/t CO2 vorhergesagt.

Derweil wurde am Mittwoch das Herbstgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute vorgestellt, aus welchem hervorgeht, dass die deutsche Wirtschaft unter der Corona-Krise stärker zu leiden hat, als zuletzt im Frühjahrsgutachten prognostiziert. Die Wachstumsprognosen aus April für dieses und für nächstes Jahr wurden um gut einen Prozentpunkt nach unten korrigiert. Die vom Wirtschaftsministerium beauftragten Institute erwarten nun für 2020 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 5,4 Prozent und für 2021 einen Zuwachs um 4,7 Prozent. Im April hatten sie noch vorausgesagt, dass die Wirtschaftsleistung 2020 um 4,2 Prozent schrumpfen und im kommenden Jahr um 5,8 Prozent wachsen werde.

Schock für die Märkte

Das Robert-Koch-Institut meldete am Donnerstag mit 6638 so viele Neuinfektionen an einem Tag wie noch nie seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Bislang wurde der höchste Wert mit 6294 Fällen Ende März erfasst. Dieser unerwartet hohe Wert schockierte die Finanzmärkte und der deutsche Aktienindex brach zeitweise um über 3 Prozent ein. Davon konnte sich auch der CO2-Markt nicht befreien und verlor ebenfalls deutlich. Am Donnerstag um 17 Uhr steht das Dez-20 Zertifikat bei 24,82 Euro/t CO2 und somit 3,6 Prozent tiefer im Vergleich zum Vortag. Die wichtige Support-Zone bei eben 24,82 Euro/t CO2 wurde intraday zeitweise gerissen und dann wieder zurück erobert. Nun kommt es darauf an, ob die Marke auf Schlusskursbasis gehalten werden kann.

Ausblick Primärauktion

In der aktuellen Handelswoche 42 werden an der EEX 14,5 Mio. Zertifikate versteigert. Die größte Auktionsmenge ging am Mittwoch im Rahmen der britischen Auktion, wo 5,3 Mio. EUAs versteigert wurden, an die Märkte. In der nächsten Woche 43 findet am Mittwoch wieder die polnische Auktion über die EEX statt, bei welcher 6,4 Mio. EUAs versteigert werden sollen. In Summe werden nächste Woche also 20,9 Mio. EUAs verauktioniert. Das Primärangebot steigt also um rund 1 Mio. EUAs, was ceteris paribus einen preisdämpfenden Effekt auf die Märkte haben sollte.

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Autor: Stefan Küster

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