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CO2 scheitert erneut an 30-Euro-Marke

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Am Montag, zu Beginn dieser Handelswoche, stiegen die Notierungen des CO2-Dez-20 Kontraktes bis auf in der Spitze 30,16 Euro/t CO2 an. Dieses Hoch konnte jedoch nicht gehalten werden und die Kurse gerieten im weiteren Handelsverlauf merklich unter Druck. Am Tagesende mit einem Schlusskurs von 28,70 Euro/t CO2 stand ein Minus von 2,78 Prozent in den Büchern der CO2-Händler. Diese Kursentwicklung war aus fundamentaler Sicht insofern interessant, da am Montag an der EEX aufgrund des „Summer Bank Holiday“ keine Auktion durchgeführt wurde. Das nachlassende Angebot am Primärmarkt konnte die Preise am Sekundärmarkt also nicht stabilisieren. Dominanter waren vielmehr die charttechnischen Signale, da erneut die 30-Euro-Marke von unten getestet, jedoch nicht überwunden werden konnte. In der zweiten Tageshälfte dominierten schlichtweg die Gewinnmitnahmen aufgrund erhöhter Verkaufsaktivitäten von Long-Positionen das Marktgeschehen, als sich herausstellte, dass die CO2-Zertifikate wiederholt am Widerstand zu scheitern drohten.

CO2-Preise fallen am Tag der ersten Auktion für den Kohleausstieg

Am Dienstag startete die erste von acht Auktionen im Zusammenhang mit dem von der Bundesregierung beschlossenen Kohleausstieg. Dabei erhalten die Bieter mit dem niedrigsten Gebot den Zuschlag, um ihre Anlagen stillzulegen. Insgesamt werden 4.000 MW verauktioniert, der Preis wird in Relation zur eingesparten Menge CO2 gemessen. Die nächste Auktion ist für den 4. Januar geplant. Gleichzeitig hat Greenpeace Energy bei der EU-Kommission Beschwerde eingelegt und klagt an, dass die Entschädigungszahlungen ein Verstoß gegen EU-Beihilferegeln bedeutet. Das Strom Frontjahr Base ließ sich davon am Dienstag jedoch nur wenig beeinflussen, obwohl der Strom aus den bezuschlagten Kraftwerken ab Januar nicht mehr vermarktet werden. Zu Handelsschluss ging der Strom-Kontrakt mit einem Plus von 0,12 Prozent bei 41,90 Euro/MWh aus dem Markt. Deutlich mehr Bewegung gab es dagegen auf dem CO2-Markt. Die Verschmutzungsrechte für Dezember 2020 verbuchten ein sattes Minus von 3,49 Prozent und entfernten sich damit wieder deutlicher von der 30 Euro-Marke. Der Schlusskurs lag am Dienstag bei 26,66 Euro/t CO2.

CO2-Markt absorbiert höhere Auktionsmengen

Am Mittwoch konnten die Verschmutzungsrechte um 1,84 Prozent auf 28,25 Euro/t CO2 zulegen. Dies war durchaus verwunderlich, da über die britische Auktion an der ICE nach der Sommerpause wieder 5,3 Mio. EUAs verauktioniert wurden. Dieses höhere Angebot am Primärmarkt konnte jedoch ausreichend absorbiert werden. Aus technischer Sicht stabilisierten sich die Kurse des CO2-Dez-20-Kontraktes auf einer wichtigen Supportzone bei 27,85 Euro/t CO2, das Hoch vom 12.04.2019. Von hier aus hätten die Notierungen durchaus wieder die Chance, erneut einen Angriff auf die 30-Euro-Marke vorzunehmen. Steigen die Kurse über 28,91 Euro/t CO2 auf Schlusskursbasis an, würde ein kurzfristiges Kaufsignal in Form eines „Three Inside Up“ generiert, was in der Candlestick-Analyse als starkes Handelssignal gilt.

Brent Crude scheitert mehrfach an 200-Tage-Linie

Während sich die CO2-Preise in einer fünften Impulswelle eines Elliott-Wellen-Zyklus befinden könnten und somit aus trendfolgender Sicht weiteres Aufwärtspotential bereithalten, schlagen die Preise am Ölmarkt zu Beginn des Monats September die Gegenrichtung ein. Der Brent Crude Frontmonatskontrakt hat es sechs Mal infolge nicht geschafft, die 200-Tage-Linie zu überwinden, welche in der Technischen Analyse Bullen- von Bärenmärkten trennt. Seit drei Handelstagen sind am Ölmarkt Preisnachlässe zu vermelden, obwohl sich die Lagerbestände wieder deutlich und über den Erwartungen liegend in der vergangenen Woche abgebaut hatten. Seit dem Hoch vom 31.08. bei 46,53 US-Dollar/bbl fallen die Ölpreise um über 6 Prozent bis auf 43,61 US-Dollar/bbl zuletzt zurück.

DAX steigt wieder deutlich über 13.000 Punkte-Marke

Der deutsche Aktienindex DAX konnte zur Mitte der Woche kräftig zulegen. Mit einem Gewinn von 2,1 Prozent schloss der DAX bei 13.795 Punkten am Mittwoch. Der wieder etwas schwächere Euro und weiterhin optimistische Konjunkturaussichten verhalfen dem deutschen Leitindex zu diesem Kurssprung. Die amerikanischen Indizes sind weiter auf Rekordjagd. Der Dow-Jones-Index gewann 1,6 Prozent auf 29.100,50 Punkte.

Die guten Börsendaten, die nicht zuletzt von den Notenbanken befeuert werden, sollten nicht den Blick auf die Corona-Pandemie verdecken. In Europa steigen die Neuinfektionen stark an, vor allem in Frankreich. Dort wurden zuletzt 7.017 Neuinfizierte binnen eines Tages gemeldet. „Es bleibt dabei: Es ist ernst. Unverändert ernst. Nehmen Sie es auch ernst“, warnte jüngst Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie erwartet eine Verschlimmerung der Pandemie im Herbst, wenn sich die Menschen wieder mehr in geschlossenen Räumen aufhalten.

Im am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht der US-Notenbank, dem sogenannten „Beige Book“, beschreiben die einzelnen US-Notenbank-Bezirke eine langsame Erholung der US-Wirtschaft, die aber noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt sei. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt habe sich auch etwas entspannt.  Mit ihrem jüngst bekannt gegebenen Strategiewechsel hatte die Fed vergangene Woche den Märkten einen weiteren Schub versetzt und den Dollar auf Talfahrt geschickt. Dieser konnte am Mittwoch wieder leicht zulegen auf 1,1828 US-Dollar/Euro.

Ausblick Primärauktion

In der nächsten Handelswoche kommen wieder knapp 22 Mio. EUAs am Primärmarkt der EEX unter den Auktionshammer. Während der Sommerpause hatten die Auktionsmengen ca. 9,2 Mio. Zertifikate betragen, womit sich das Auktionsvolumen in KW 37 mehr als verdoppelt. Wir können also gespannt sein, ob es den EUAs gelingt, trotz des hohen Angebots am Primärmarkt die 30 Euro-Marke zu knacken. Auch wenn der CO2-Markt primär ein psychologischer und damit charttechnischer Markt ist, sollten auch die Fundamentals nicht gänzlich vernachlässigt werden. Dies könnte insbesondere nächste Woche Mittwoch der Fall sein, wo 6,4 Mio. polnische EUAs und 0,8 Mio. EUAAs verauktioniert werden.

Autoren: Stefan Küster, Dennis Warschewitz

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