Blogeintrag

enerchase CO2-Marktbericht KW 10 / 2024 : Volatile Zeiten am EUA-Markt

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Die vergangene Handelswoche 9 war zweigeteilt. Zuvor war am Freitag, den 23.2. bei 51.08 Euro/t CO2 das bisherige Jahrestief des Dez. 24-Kontrakts verzeichnet worden. Während an den ersten drei Handelstagen der KW 9 daraufhin deutliche Kursgewinne verzeichnet wurden und das Hoch am 28. Februar bei 58,88 Euro/t CO2 markiert wurde, schwächte sich diese Bewegung danach ab. Die Woche wurde am Freitag bei 56,37 Euro/t CO2 beendet. Die KW 10 startete hoch volatil und es ging nach den ersten beiden Handelstagen mit deutlichen Zugewinnen am Mittwoch zunächst dynamisch weiter auf in der Spitze 62,8 Euro/t CO2. Allerdings wurde der Handelstag mit einem Tagesverlust bei 59,23 Euro/t CO2 beendet. Es gelang also nicht, einen Schlusskurs oberhalb der psychologisch bedeutsamen 60 Euro-Marke zu erzielen. Der heutige Donnerstag ist erneut von starken Schwankungen gekennzeichnet. Um 16 Uhr handelt der Dezember 24 Kontrakt 0,5 Prozent im Plus bei 59,50 Euro/t CO2.

Netto-Short-Position der Investmentfonds per 1.3. kaum verändert

Angesichts der teils dynamischen Preisanstiege lag der Verdacht auf der Hand, es könnte sich ein Short Squeeze ereignen. Denn angesichts der rekordhohen Netto-Short-Position der Investmentfonds im EU-ETS kann es schnell dazu kommen, dass die spekulativen Marktteilnehmer durch panikartiges Schließen ihrer Positionen quasi eine Kettenreaktion untereinander auslösen und die Kurse dadurch innerhalb weniger Handelstage massiv ansteigen. Allerdings wurde am Mittwoch mit der Veröffentlichung des Commitment of Traders-Reports der Börse ICE Endex klar, dass sich die Positionierung per 1.3. wenig verändert zeigte. Das Potenzial, dass sich ein solches Ereignis in den nächsten Tagen oder Wochen einstellt, bleibt also bestehen. Angesichts des weiterhin hohen Open Interests scheint aber auch in der KW 10 bisher kein Umsteuern bei den Investmentfonds erfolgt zu sein.

Weiterhin schwache Nachfrage in den Auktionen

Abseits der oben dargelegten handelsspezifischen Überlegungen, bleibt ansonsten das Umfeld für die CO2-Zertifikate schwach. Die Industrie in Deutschland kommt nicht in Schwung. Damit fällt auch die Energienachfrage weiterhin deutlich unter dem Niveau der Vorjahre aus. Die Nachfrage nach EUAs ist also schwach, während das Angebot am Primärmarkt in diesem Jahr ca. 15 Prozent über dem des Vorjahres liegt. In den Auktionen an der EEX zeigt sich folglich auch ein schwaches Bild. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage (Cover Ratio) liegt im Durchschnitt bei 1,7. Letztes Jahr lag es bei 1,99 und 2022 bei 2,15. In den Corona-Jahren 2020 und 2021 lag die Kennzahl mit 1,79 und 1,65 auf ähnlich schwachem Niveau wie in diesem Jahr.

Deutsche Emissionshandelsstelle veröffentlicht Jahresbericht

Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt), hat ihren Auktionsbericht 2023 veröffentlicht. Darin wird unter anderem das Auktionsgeschehen im abgelaufenen Jahr analysiert. Auffällig ist, dass der Anteil der Anlagenbetreiber bei den erfolgreichen Bietern im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig war, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte. Insgesamt wurde ein leichter Anstieg des Handelsvolumens beobachtet. Dieser entfiel zu 85,2 Prozent auf EUA Futures, zu 9,1 Prozent auf den EUA Spotmarkt und zu 5,6 Prozent auf die Auktionen. Am OTC-Markt wurde lediglich ein Anteil von kleiner als 0,1 Prozent gehandelt.

Optionsverfall am 13. März

Kommende Woche verfallen am 13. März die EUA-März-Optionen. Rund um den Fälligkeitstermin ist mit erhöhter Volatilität zu rechnen. Viele Put-Optionen wurden bei 65, 55 und 50 Euro/t CO2 gekauft. Sie verfallen wertlos, wenn der Referenzkurs am 13. März höher notiert. Die größte Anzahl an Call-Optionen wurde weit weg vom aktuellen Kursniveau bei 80 sowie 90 Euro/t CO2 gekauft. Sie verfallen wertlos, wenn der Referenzkurs unterhalb dieses Levels notiert. Auch dazwischen wurden zahlreiche Optionskontrakte abgeschlossen, so dass die unterschiedlichen Interessen der Käufer und Verkäufer rund um den Verfallstag das Potenzial haben, den Markt zu bewegen. Der März-Verfall ist weniger bedeutsam wie der Dezember-Verfallstermin. Die Optionskontrakte verfallen einmal pro Quartal. Der Basiswert ist jeweils der Dezember-Future-Konktrakt.

Autoren: Dennis Warschewitz - www.enerchase.de

 

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Autor: Stefan Küster

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