Blogeintrag

EnergyCharts-WeeklyReview CO2 vom 16.08. bis 22.08.2019

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Zum Ende der letzten Handelswoche am Freitag, den 16.08., machte es an der Londoner Börse ICE noch den Anschein, als könnten sich die Notierungen für das Dez.19-Zertifikat stabilisieren und die CO2-Bullen zu einem Gegenangriff nach den massiven Verlusten in den Tagen zuvor ansetzen. Denn vom Hoch am 24.07. bei 29,95 Euro/t CO2 bis zum Tief am Freitag, den 16.08., bei 25,87 Euro/t CO2 liegen immerhin 4,08 Euro/t CO2 bzw. minus 13,6 Prozent. Die zwischenzeitlichen Tagesgewinne bis auf 26,50 Euro/t CO2 mussten allerdings zum Ende der letzten Handelswoche wieder abgegeben werden. Der Dez.19 Kontrakt schloss in der Nähe des Tagestiefs bei 25,96 Euro/t CO2 und damit knapp unter der 26 Euro/t CO2-Marke.

Makroökonomische Störfeuer

Die Gründe für den vorherigen Preisverfall waren vielfältig. Nachdem das Statistische Bundesamt einen Rückgang des BIP in Q2 um 0,1 Prozent vermeldete, wurden bei den Marktteilnehmern auch aufgrund zuvor bereits publizierter schwacher Frühindikatoren, wie bspw. ZEW-Index und Ifo-Index, Rezessionsängste geweckt, die die Finanzmärkte sowie den Ölpreis abstürzen ließen. Zu den Risiken um den Handelsstreit zwischen USA und China sowie zum Brexit gesellt sich nun auch eine Neuwahl in Italien. Die makroökonomischen Störfeuer lassen also weiter nicht nach, wodurch die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen mittlerweile schon bei minus 0,7 Prozent notieren. Alle Hoffnung liegt nun wieder bei den Zentralbanken, sie sollen es erneut mit billigem Geld richten, fordert insbesondere der Verursacher der Marktturbulenzen in Gestalt des amerikanischen Präsidenten. Tanzt die FED dann nicht nach seiner Pfeife, schiebt er den Geldpolitikern die Schuld für die einbrechenden Indizes in die Schuhe. Der von Hedge-Fonds dominierte CO2-Markt kann sich diesen Turbulenzen nicht entziehen und gab, wie oben dargestellt, ebenfalls massiv nach.

Wichtige Support-Region getestet

Nichtsdestotrotz sind diese negativen Themen irgendwann vom Markt verarbeitet, so dass es nicht verwunderlich erscheint, dass sich die Emissionsrechte auf einer wichtigen Unterstützungszone bei rund 26 Euro/t CO2 zu Beginn der neuen Handelswoche am Montag stabilisieren konnten. Denn auf diesem Level befindet sich das Hoch vom 10.09.2018, eine ehemalige Barriere, die lange Zeit zunächst nicht überwunden werden konnte. Solche ehemaligen Widerstandsmarken werden dann vom Markt nach einem Rücksetzer als Kaufgelegenheit wahrgenommen. Im Einklang mit ebenfalls wieder stabileren Finanzmärkten, die den Kursverfall stoppen und ein wichtiges Verlaufstief ausbilden konnten, zeigten sich auch die Emissionsrechte zu Wochenbeginn fester. Auch am Dienstag sah es zur Markteröffnung danach aus, also könnten sich die CO2-Zertifikate weiter von der Unterstützung bei 26 Euro/t CO2 abheben und stiegen im Tagesverlauf bis auf im Hoch 27,04 Euro/t CO2 an. Doch der zwischenzeitliche Optimismus gepaart mit einer Rückeroberung der 100-Tage-Linie in Kombination mit festeren Gaspreisen, aufgrund eines unplanmäßigen Ausfalls des englischen Gasfeldes Teeside, währte nur kurz. Kurz vor Handelsschluss kam es zu einem stärkeren Sell-Off, welcher die Preise unter das Eröffnungsniveau des Tages im Schlusskurs bis auf 26,25 Euro/t CO2 fallen ließ.

Im Zuge einer ausbleibenden Primärauktion am Mittwoch starteten die Emissionsrechte optimistisch in den Tag und erreichten vormittags das Hoch bei 26,72 Euro/t CO2, nachdem zu Handelsbeginn erneut die Marke bei 26 Euro/t CO2 ausgetestet wurde. Eine Bodenbildung nach den starken Verlusten in den Vorwochen erscheint oberhalb von 26 Euro/t CO2 weiterhin möglich, denn der übergeordnete Aufwärtstrend über der steigenden 200-Tage-Linie ist nach wie vor intakt.

„Buy the rumor, sell the fact!“

Innerhalb des dieswöchigen Marktberichts möchte ich noch auf die Tatsache eingehen, dass die Preise für die Emissionsrechte im Juli, aufgrund der Angst vor einem stark reduzierten Auktionsangebot im Primärmarkt im August, zunächst stark gestiegen sind. Im August wiederum, als die schwachen Auktionsmengen schlussendlich Realität wurden, fallen die Kurse massiv zurück. Wie so oft agieren die Märkte nach dem Motto „Buy the rumor, sell the fact!“ (siehe EnergyCharts CO2-Marktberichte aus Juli).  

Ausblick

In der nächsten Woche am Montag ist Summer Bank Holiday in UK, wo an der EEX auch keine EUA-Auktion stattfinden wird. Die Auktionsmengen sind mit im Mittel 1,7 Millionen EUA aber auch in der nächsten Woche weiter gering, was sich jedoch in KW 36 mit einem Anstieg auf im Mittel 2,8 Millionen EUA wieder ändern wird. Am Montag dürfte zudem der Ifo-Geschäftsklimaindex für August für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen. Dieser ist seit August 2018 stark rückläufig und notierte zuletzt bei 95,7 Punkten. Am Donnerstag folgen die US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, welche geringfügig rückläufig erwartet werden. Am Freitag, den 30.08., steht der Uni Michigan Consumer Sentiment Index auf der Agenda.

Rechtliche Hinweise

Autor: Stefan Küster

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