Blogeintrag

EnergyCharts-WeeklyReview CO2 vom 30.08. bis 05.09.2019

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Mit der Rückkehr des britischen Unterhauses aus der Sommerpause geriet der zwischenzeitlich am CO2-Markt in Vergessenheit geratene Brexit wieder auf die Handelsagenda. Längere Zeit war es ruhig um dieses Thema geworden aber nun steht die Gefahr eines No-Deal Brexit mehr denn je im Fokus. Insbesondere vor dem Hintergrund, weil Boris Johnson einen Brexit auch ohne Vertrag durchbringen will, indem er das Parlament in eine weitere Pause nach der Sommerpause schickt. Diese Auszeit ist von der Queen bereits genehmigt worden und soll von Mitte September bis Mitte Oktober dauern. Verständlicherweise erntet Johnson heftige Kritik von den Abgeordneten für diese Vorgehensweise.

Neuwahlen in UK?

Die wieder in den Fokus geratenen Brexit Risiken waren auch der Grund, warum der letzte Woche Freitag unternommene Versuch der CO2-Bullen, das CO2-Dez-19-Zertifikat über die technische Barriere bei über 27 Euro/t CO2 heben zu wollen, im Keim erstickt wurde. Mit einem Fehlsignal, oder auch Bullenfalle genannt, verabschiedeten sich die Emissionsrechte ins Wochenende. In der Folge wunderte es nicht, dass die Preise am Montag dieser Woche aufgrund wieder höherer Volumen in der Primärauktion und einer indirekten Androhung Johnsons mit Neuwahlen massiv zurückfielen. An nur einem Tag wurden die preislichen Zugewinne der gesamten vorherigen Woche eliminiert. Vom Opening bei 26,16 Euro/t CO2 bis zum Closing bei 25,19 Euro/t CO2 lagen 0,97 Euro/t CO2 bzw. minus 3,7 Prozent. Sollten die Parlamentarier Johnsons Brexit-Kurs blockieren, könnte es am 14. Oktober zu Neuwahlen kommen, kommentierte ein ranghoher Regierungsvertreter.

Höheres Volumen in der Auktion

Am Dienstag schafften die EUAs nach einem überraschend kräftigen Auktionsergebnis trotz hoher Volumina dann jedoch den Turnaround in der Nähe wichtiger charttechnischer Supportmarken. Im Bereich des unteren Bollinger Bandes und der 200-Tage-Linie wurde eine Hammer-Umkehrkerze ausgeprägt, die für CO2-Händler ein bullishes Reversal darstellt. Im Tief ging es zuvor jedoch zunächst bis auf 24,67 Euro/t CO2 zurück, wo sich zudem eine bedeutende Stauungszone aus Mai und Juni dieses Jahres befindet. Neben der vielversprechenden technischen Ausgangslage überraschten jedoch auch positive Daten aus China. Denn die Aktivitäten im chinesischen Dienstleistungssektor nahmen im August deutlich zu, was auch dem Kohlepreis an diesem Tag auf die Beine half. Der Schlusskurs am Dienstag lag bei 25,23 Euro/t CO2.

Am Mittwoch setzten die CO2-Zertifikate ihre mit der Hammer-Kerze begonnene Aufwärtsbewegung weiter fort und handelten auf Schlusskursbasis bei 25,50 Euro/t CO2 bzw. 1,2 Prozent im Plus. Damit besteht die Chance auf eine Bodenbildung bei den Emissionsrechten. Der Abwärtstrend seit dem Hoch vom 24.07. bei 29,95 Euro/t CO2 ist zunächst jedoch noch weiter intakt. Nach Handelsschluss am Mittwoch erlitt Johnson mit seinen Vorhaben im britischen Unterhaus eine breite Niederlage. Zunächst verabschiedeten die Abgeordneten ein Gesetz gegen ein No-Deal-Brexit und im Nachgang scheiterte Johnson mit seinem Antrag auf Neuwahlen. CO2-Händler dürften diese News am Mittwochabend als bullishes Signal gewertet haben. Umso mehr verwundert es, dass das CO2-Dez-19-Zertifikat am Donnerstagvormittag preislich nicht wirklich stark nach oben durchmarschiert. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Marktberichts ist zwar ein Plus von 0,63 Prozent auf 25,65 Euro/t CO2 an der Börse ICE in London feststellbar, der Preissprung hätte aber durchaus noch stärker ausfallen können. 

Ausblick

Die Geschehnisse rund um den Brexit dürften in den nächsten Tagen weiter das Handelsgeschehen am CO2-Markt bestimmen. Die zuletzt erfolgte Stabilisierung der Emissionsrechte deutet jedoch daraufhin, dass noch nicht jede Hoffnung begraben werden sollte. Es macht den Anschein, als preisten die EUAs eine mögliche Lösung des Brexit Chaos in UK ein. Am 04.09. und 05.09. tagte zudem der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments (ENVI) unter dem neuen Vorsitzenden Pascal Canfin. Gemäß Refinitiv werden hier auch Vorbereitungen für den UN-Klimagipfel vom 21. bis 23. September in New York getroffen. In der nächsten Woche werden wieder deutlich mehr Zertifikate in der Primärauktion über die EEX versteigert. In Summe stehen 16,7 Mio. EUAs zur Auktion, ein Plus von 8,4 Mio. EUAs im Vergleich zur Vorwoche (KW 36). Dies dürfte einen bearishen Impact auf die Preisentwicklung haben. Neben den Rohöllagerbestandsdaten nächste Woche Dienstag (API) und Mittwoch (EIA) dürfte insbesondere das EZB Meeting am Donnerstag für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen. Immer mehr Investoren gehen von einer Zinssenkung aus. Zuletzt haben auch die Aktienmärkte wieder Fahrt aufgenommen und handelten am Mittwoch über der 12.000 Punkte Marke. Die amerikanischen Gasspeicherstände werden ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht.

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Autor: Stefan Küster

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