Blogeintrag

"False breaks are followed by fast moves!"

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„False breaks are followed by fast moves!“ – EUAs scheitern zunächst an 22 Euro/t CO2-Marke

Auch in der letzten Handelswoche knüpften die EUAs an ihre Erfolgsstory, die sie seit dem 23.03. schreiben, weiter an. Auf Wochenschlusskursbasis war am Freitag, den 17.04., ein Kursanstieg um 2,9 Prozent auf 21,70 Euro/t CO2 zu verzeichnen. Dabei kann festgestellt werden, dass die intra-week Volatilität stark zugenommen hat, bei welcher das Wochentief bei 18,86 Euro/t CO2 lag, zum Wochenende hin die CO2-Bullen das Rennen jedoch erneut für sich entscheiden konnten. Das Wochenhoch wurde am Freitag bei 22,55 Euro/t CO2 ausgeprägt, wobei insbesondere der Freitag im intraday-Handel spektakulär verlaufen ist. Mit dem Freitagsclosing bei 21,70 Euro/t CO2 ist der Befreiungsschlag oberhalb der 22 Euro/t CO2-Marke auf Schlusskursbasis erneut nicht geglückt, womit der intraday-Ausflug bis auf in der Spitze 22,55 Euro/t CO2 als Fehlausbruch gewertet werden musste. „False breaks are followed by fast moves“ lautet eine bekannte Börsenregel, wodurch sich in den Folgetagen ein Preisverfall einstellte, der im Tief bei 19,38 Euro/t CO2 am Donnerstag zum Erliegen kam.

Aufwärtstrend nach wie vor intakt

Dieses Tief liegt allerdings oberhalb eines vorherigen Tiefs vom 15.04. bei 18,86 Euro/t CO2, womit festgehalten werden kann, dass die CO2-Bullen aktuell weiter die Nase vorn haben. Dies wird insbesondere auch durch die Volumen-Analyse deutlich, denn an Tagen mit steigenden Kursen im Vergleich zum Vortag wird mehr über die Börse umgesetzt als an Tagen mit fallenden Notierungen. Dies spricht aus Sicht der Technischen Analyse für eine gesunde Marktverfassung innerhalb der laufenden Aufwärtsbewegung. Damit die CO2-Bullen ihre Vormachtstellung weiter ausbauen können, ist zwangsläufig ein nachhaltiger Schlusskurs oberhalb von 22 Euro/t CO2 erforderlich. Ob dieser oberseitige Befreiungsschlag tatsächlich gelingt, muss zunächst abgewartet werden. Die charttechnischen Rahmenbedingungen für dieses Vorhaben sind zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls vorhanden. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Marktberichts handelt das CO2-Dez-20-Zertifikat bei 20,74 Euro/t CO2.

Fallende CO2-Preise könnten Energiewende gefährden

Die anhaltend niedrige Stromnachfrage und fallende CO2-Preise könnten laut einer Studie von „Bloomberg New Energy Finance“ die Energiewende gefährden. Es wurden drei Szenarien untersucht, nach denen die Coronakrise bis Ende 2020, bis Mitte 2021 oder bis Ende 2021 andauert. Die Autoren empfehlen eine Reform des europäischen Emissionshandelssystems, um die Energiewende nicht durch die Krise zu gefährden. Insbesondere plädieren sie für einen CO2-Mindestpreis.

Auf der anderen Seite argumentiert das Analyseunternehmen Aurora Energy Research, dass die europäischen Strompreise noch mindestens zwei Jahre lang durch die Folgen der Coronakrise unter Druck bleiben werden. Eine völlige Erholung auf Vorkrisenniveau könnte demnach sogar erst 2025 erfolgen. In Deutschland sei die Stromnachfrage in diesem Jahr 15 Prozent geringer als im Vorjahr, was wahrscheinlich die Kohlekraftwerke als erste aus dem Markt drängt. Der Grund dafür seien die niedrigen Gaspreise. Die Emissionen des Energiesektors könnten daher überproportional stark um 35 Prozent niedriger ausfallen. Langfristig gefährdet die Krise aber auch aus Sicht von Aurora erneuerbare Energien Projekte. Investitionen in Anlagen mit einer Leistung von 34 GW stünden in sieben europäischen Ländern auf der Kippe.

 

Abgabefrist für EUAs 2019 endet am 30.04.2020

Am Freitag steht um 10 Uhr die Veröffentlichung des vielseits beachteten Ifo-Geschäftsklimaindexes für April im Wirtschaftskalender. Die Daten dürften mit Spannung erwartet werden, nachdem der ZEW-Index in dieser Woche bereits äußerst positiv überraschte. Am Nachmittag wird das US-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan bekannt geben. In der nächsten Woche stehen am Mittwoch der FED-Zinsentscheid und am Donnerstag der EZB-Zinsentscheid auf der Tagesordnung. Am 30.04., ebenfalls am Donnerstag, endet die Frist zur Abgabe der Emissionszertifikate für das Jahr 2019. Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) hatte zuletzt mehrfach mitgeteilt, dass Fristverlängerungen aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich sind. Nachfragedruck aufgrund von Compliance-Käufen dürften ab Mai folglich ausbleiben und es wird spannend zu beobachten sein, ob die Preise im nächsten Monat in eine Schwächephase geraten, nachdem sie vom Tief am 23.03. bei 14,34 Euro/t CO2 bis zum Hoch am Freitag, den 17.04., bei 22,55 Euro/t CO2 um fast 60 Prozent zugelegt hatten.

Autoren: Stefan Küster, Dennis Warschewitz

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