Blogeintrag

Geht den CO2-Bullen die Luft aus oder gelingt der Befreiungsschlag?

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Letzte Woche Freitag, am 28.05., notierten die Emissionsrechte mit dem Referenzkontrakt Dez-20 bei 21,40 Euro/t CO2 und schafften bis dato nicht den Sprung über die fallende 100-Tagelinie, welche im CO2-Markt eine hohe charttechnische Relevanz besitzt. Der auch zum Ende letzter Woche stetig ansteigende deutsche Aktienindex DAX verhalf den Emissionsrechten nicht auf die Beine. Auch zu Beginn der neuen Handelswoche am Pfingstmontag, an welchem die EUAs an der Londoner Börse ICE mit geringer Liquidität gehandelt wurden, kamen die Verschmutzungsrechte oberseitig nicht voran. Auch die Stimmung an den Finanzmärkten war aufgrund der wieder aufkommenden Spannungen zwischen den USA und China zu Beginn der neuen Woche alles andere als rosig.

Brent Crude kurzzeitig über der 40 US-Dollar/bbl-Marke

Die Ölpreise konnten aufgrund des Kontraktwechsels auf den nächsten Liefermonat August jedoch einen Sprung nach oben verzeichnen und überwanden den Widerstand bei 36,40 US-Dollar/bbl. Das positive Öl-Sentiment wurde auch gestützt von der Erwartung, dass die OPEC+ zu weiteren Produktionskürzungen bis in den August hinein oder sogar bis zum Jahresende hin bereit sei. Der Brent Crude Frontmonatskontrakt handelte kurzzeitig sogar über der 40 US-Dollar/bbl-Marke. Die Lethargie der CO2-Preise änderte sich am Dienstag nach der Rückkehr der Trader an ihre Handelstische schlagartig. Die Energie-Commodities stiegen auf breiter Front kräftig an. Allen voran konnte das CO2-Dez-20 Zertifikat ein deutliches Plus von 5,25 Prozent bis auf 22,11 Euro/t CO2 verbuchen. Die Emissionsrechte orientierten sich dabei scheinbar wieder verstärkt an den weiter steigenden Finanzmärkten. Der DAX überwand am Dienstag die 12.000-Punkte-Marke und ging 3,75 Prozent im Plus bei 12.021 Zählern aus dem Handel.

UK mit eigenem Emissionshandelssystem nach der Brexit-Übergangszeit

Für Optimismus am Markt für Emissionsrechte sorgte die Meldung, dass das Vereinigte Königreich ein eigenes Emissionshandelssystem (ETS) einführen möchte, um das System der Europäischen Union für den Handel mit Emissionsrechten zu ersetzen, welches Großbritannien zum Ende der Brexit-Übergangszeit verlassen wird. Hinzu kamen positive Meldungen vom Kohlemarkt, die am Dienstag auch die Strommärkte mit nach oben zogen. Das API#2 Kohle Frontjahr wurde von einer Meldung auf der Energie-Informationsplattform Montel gestützt, dass die Kohlelagerbestände in der Vorwoche um fast 4 Prozent bis auf 5,92 Mio. Tonnen zurück gegangen sind. Die Lagerbestände lagen damit geringfügig unter dem bisherigen Jahresdurchschnitt von 6,1 Mio. Tonnen und waren gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 14 Prozent geringer. Dies schürte bei den Marktteilnehmern Ängste vor Lieferengpässen auch aus Russland. Hier kam es zu einer Störung der inländischen Eisenbahn und des Transports von Kohle nach Europa. Händler gehen allerdings davon aus, dass es sich hierbei eher um ein kurzfristiges Ereignis handeln sollte. Das API#2 Kohle Frontjahr stieg am Dienstag jedenfalls um 1,9 Prozent auf 54 US-Dollar/t. Nach diesen starken Preisanstiegen legten die Energie-Commodities am Mittwoch eine Pause ein. Die CO2-Zertifikate konnten die 22 Euro/t CO2-Marke unterseitig jedoch verteidigen und gingen kaum verändert bei 22,09 Euro/t CO2 aus dem Handel. Die Zone 22-22,55 Euro/t CO2 ist eine wichtige Widerstandsregion, welche es seitens der CO2-Bullen zu überwinden gilt, um weiteres Aufwärtsmomentum zu entfachen. Bisher scheiterten die Emissionsrechte an dieser Hürde.

DAX wieder über der 12.000 Punkte Marke

Der erneut kräftige Anstieg beim DAX ging am Mittwoch spurlos an den CO2-Zertifikaten vorüber. Die deutschen Bluechips stiegen aufgrund etwas besserer Konjunkturdaten aus Amerika um 3,9 Prozent auf 12.487 Zähler. Der amerikanische Arbeitsmarktbericht von ADP überraschte positiv. Im Monat Mai zeigten sich die Arbeitslosenzahlen nicht so dramatisch wie zunächst erwartet. Im Mai fielen „lediglich“ 2,8 Mio. Arbeitsplätze weg, erwartet wurde ein Abbau von 9 Mio. Stellen. Die Marktteilnehmer sollten gespannt sein, ob der offizielle US-Arbeitsmarktbericht am Freitag diese Tendenz tatsächlich bestätigen kann. Gestützt wurde der Finanzmarkt auch durch die Hoffnung, dass das Anleihekaufprogramm der EZB mit einem Volumen von derzeit 750 Mrd. Euro noch weiter aufgestockt wird. Die EZB hat dazu am Donnerstag grünes Licht gegeben und weitet ihre Anleihekäufe um weitere 600 Mrd. Euro aus. Der Euro steigt daraufhin im Vergleich zum US-Dollar bis auf 1,1271 USD/EUR und befindet sich damit im Risk-On Modus.

Höheres Angebot in der Primärauktion über EEX und ICE in KW 24

Die CO2-Zertifikate befinden sich am Donnerstag zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Marktberichts an der wichtigen Hürde bei 22,00-22,55 Euro/t CO2 (Last Trade um 15:50 Uhr 22,03 Euro/t CO2). Geht den CO2-Bullen die Luft aus oder schaffen sie den Sprung über diese wichtige charttechnische Bastion? In den nächsten Tagen wissen wir mehr. An der EEX werden in KW 24 11,6 Mio. Zertifikate versteigert, dies sind 2,3 Mio. EUAs weniger im Vergleich zu aktuellen KW 23. Hinzu kommen allerdings am Mittwoch 5,7 Mio. EUAs über die britische Auktion an der ICE. Womit in Summe eine Angebotszunahme von 3,4 Mio. EUAs in KW 24 im Vergleich zur KW 23 an beiden Marktplätzen zusammen zu verzeichnen ist (Summe 17,3 Mio. EUAs).

 

Autoren: Stefan Küster, Dennis Warschewitz

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