Blogeintrag

Geringere Auktionsmengen und Hitzewelle lassen CO2-Preis steigen

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Wenig Bewegung gab es bei den Verschmutzungsrechten am Montag zu Beginn der aktuellen Handelswoche. Der CO2-Dez-20 Kontrakt startete bei 26,28 Euro/t CO2 in die Woche und sank im Tagesverlauf leicht um 0,3 Prozent auf 26,20 Euro/t CO2. Positive Zahlen vom ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes in den USA konnten den CO2-Markt zunächst nicht stützen. Im Juli ist der Index auf 54,2 Punkte nach 52,6 im Juni gestiegen, die Konsensschätzung lag bei 53,6. Damit konnte dieser Frühindikator zum zweiten Mal in Folge zulegen und sorgt damit für Zuversicht, dass das dritte Quartal in den USA mit entsprechendem Wirtschaftswachstum einhergeht. Auch in Europa gingen die Zahlen nach oben. In Italien ist der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes von 47,5 auf 51,9 (Konsensschätzung: 51,2) im Juli gestiegen, der Industrie-PMI hat mit 53,5 Punkten die Erwartungen von 52,0 übertroffen, dieser stand im Vormonat noch bei 49,0 Punkten. Ab Werten von 50 Punkten liegen die PMIs im wirtschaftlichen Expansionsbereich. Aus diesem Grund ging es an den Finanzmärkten am Montag bergauf. Der DAX gewann 2,7 Prozent auf 12.646 Zähler hinzu. Die 200-Tage-Linie hat bei den deutschen Bluechips ein weiteres Mal gehalten und sorgte im allgemein ängstlichen Marktumfeld, was als Kontra-Indikator zu interpretieren ist, für Kaufinteresse.

Hitzewelle lässt CO2-Preis steigen

Am Dienstag stieg der EUA-Zertifikatspreis zur Lieferung im Dezember um 2,72 Prozent und schloss bei 26,84 Euro/t CO2. Die bevorstehende Hitzewelle mit der Gefahr von Abschaltungen französischer KKW kam schlussendlich auch bei den EUAs an. Der TTF Frontmonat September stieg um 5,6 Prozent auf 7,35 Euro/MWh, nachdem er schon am Vortag um sagenhafte 16 Prozent zugelegt hatte. Dieses bullishe Marktumfeld am kurzen Ende der Gaskurve ging auch nicht spurlos an den EUAs vorüber. Hinzu kommt, dass derzeit weniger Strom aus Windkraftanlagen erzeugt wird und geringere Mengen LNG auf dem europäischen Markt anlanden.

Wie Daten von Ageb Energiebilanzen am Dienstag veröffentlichten, könnten die energiebedingten CO2-Emissionen im aktuellen Jahr in Deutschland zwischen 10 und 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen. Somit könnte die Corona-Pandemie dafür sorgen, dass Deutschland die Klimaziele für 2020 erfüllt und die Menge an CO2 um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 reduziert wird.

Starker Anstieg bei Öl ließ EUAs zunächst unbeeindruckt

Am Mittwoch verzeichneten vor allem die Öl- und Gasmärkte einen starken preislichen Zugewinn. Der Brent Crude Frontmonat stieg um 3,16 Prozent auf 45,73 US-Dollar/bbl und überwand dabei die 45 US-Dollar/bbl-Marke. Im Tageshoch ging es sogar bis auf 46,18 US-Dollar/bbl hinauf. Gleichzeitig gab die US Energy Information Administration (EIA) neue Zahlen für die amerikanischen Ölreserven bekannt. Diese sind mit 7,4 Millionen Barrel erneut gefallen und erreichten Ende der vergangenen Woche einen Stand von 519 Millionen Barrel. Dieses bullishe Marktumfeld ließ den CO2-Preis am Mittwoch jedoch unbeeindruckt. Der CO2-Dez-20 Kontrakt legte eine kurze Pause im kurzfristigen Aufwärtstrend ein und sank leicht um 0,41 Prozent auf 26,72 Euro/t CO2. Demgegenüber ging es beim Strom Frontjahr Base dank der anziehenden Gaspreise den vierten Handelstag in Folge bergauf. Der Kontrakt verzeichnete einen Anstieg von 1,13 Prozent auf 40,10 Euro/MWh und schaffte damit erneut den Sprung über die 40 Euro-Marke.

Ausblick Primärauktion

Am Donnerstag zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Marktberichts handeln die EUAs 1,6 Prozent tiefer bei 26,37 Euro/t CO2. Aus charttechnischer Sicht wurden am Vortag sogenannte „Inside-Days“ bullish aufgelöst und eine aus Trader-Sicht wichtige Widerstandszone überwunden. Damit konnte der Abwärtstrend seit dem Juli-Hoch bei 30,80 Euro/t CO2 beendet werden. Die nächste charttechnische Barriere wartet bei 27,35 - 27,85 Euro/t CO2, die es aus Sicht der CO2-Bullen nun zu überwinden gilt. Stützend wirken in der aktuellen Handelswoche zudem die geringeren Mengen in der Primärauktion. Das Gesamtvolumen an EEX und ICE summiert sich in KW 32 auf 9,3 Mio. EUAs. Dieses halbiert sich folglich im Vergleich zum Auktionsvolumen der Vorwoche, wo noch 18,5 Mio. EUAs versteigert wurden. In der nächsten Woche 33 werden an der EEX 9,2 Mio. EUAs versteigert mit der höchsten Menge am Mittwoch, wenn die polnische Auktion durchgeführt wird. Das Auktionsvolumen bleibt also unverändert, womit der Treiber für den CO2-Preis vielleicht aus dem Ölmarkt kommen könnte. Der Brent Crude Frontmonatskontrakt hat nach Wochen der Lethargie den Widerstand bei 45 US-Dollar/bbl durchbrechen können, womit ein technisches Kaufsignal generiert wurde.

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Autor: Stefan Küster

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