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Strom Frontjahr Base und das Comeback der Emissionsrechte...

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Das Strom Frontjahr Base hat uns auch zu Beginn dieses Jahres erneut nicht enttäuscht und ging nach dem Jahreswechsel direkt auf Tauchfahrt. Nachdem zwischen den Jahren noch eine vermutlich spekulationsbedingte Kaufkraft den Strommarkt überraschte, konnten die preislichen Zuwächse mit Beginn des neuen Handelsjahres nicht gehalten werden.

Exakt auf dem Novemberhoch bei 31,50 €/MWh für das Cal 18 Base kam die Dezember-Rallye am 30.12. zum Stehen und die Technische Analyse konnte ihre Daseinsberechtigung erneut unter Beweis stellen (siehe Pfeile in Chart 1). Denn weder aus fundamentaler Sicht noch mit der Random-Walk Theorie lässt sich glaubhaft darstellen, warum der Preis genau an dieser Stelle wieder nach unten wegdrehte. Dies gilt übrigens auch, wie wir später noch sehen werden, für das CO2-Dec.17er Emissionsrecht, welches gleichsam phänomenal zu Jahresbeginn am letzten markanten Hochpunkt bei 6,62 €/tCO2 den Rückwärtsgang einlegte. 

Getrieben wurden die kräftigen Preissteigerungen zwischen den Jahren dieses Mal von den CO2-Märkten, die sich am Jahresende hinsichtlich ihres Einflusses auf den Stromterminmarkt nochmal eindrucksvoll zurückmeldeten. Der Kohlemarkt war an den Preissteigerungen gänzlich unbeteiligt. Das API#2 Cal 17 trat nämlich weitestgehend auf der Stelle. Ein also bislang tot geglaubtes Commodity für die Stromgestehungskosten meldete sich wieder zurück. Daher wollen wir weiter unten auch einen Blick auf die Emissionsrechte werfen.

 

Technische Analyse Strom Frontjahr Base (Cal 18)

Mit dem ersten Handelstag des neuen Jahres fielen die Notierungen des nicht rollierenden Cal 18 Base Kontraktes nach einem Downgap von 0,46 €/MWh unter den seit dem 6. Dezember gültigen steilen Aufwärtstrend hinab (siehe Chart 1). Das Downgap gab den Startschuss für die vom Markt überwiegend erwarteten Preisverluste. Das mittlere Bollinger Band konnte dann in den Folgetagen zunächst Support bieten und es kam am Mittwoch und Donnerstag zu einer Gegenbewegung des drastischen Kursverfalls.

Mit einem „Bearish Engulfing Candle“ wurden die Ambitionen der Bullen am Freitag jedoch eindrucksvoll zerschlagen, wobei dem Candlestick-Trader hierbei direkt ins Auge fällt, dass die letzte Tageskerze sogar beide Korrekturtage gleichzeitig umhüllt. Die erste Handelswoche ging folglich auf einem neuen Tief zu Ende. Der Last Trade lag bei 28,57 €/MWh und damit geringfügig unter dem Low vom 04.01. bei 28,60 €/MWh. Das Strom Frontjahr Base befindet sich somit auf Wochenschlusskursbasis unterhalb des mittleren Bollinger Bandes, was den Strombären bezüglich der weiteren Kursentwicklung in die Karten spielen dürfte.

Der am ersten Handelstag der KW01 2017 in Gang gebrachte Abwärtsimpuls hat also nach wie vor Gültigkeit und die Marktteilnehmer dürften versucht sein, im Rahmen ihrer Handelsstrategie Gegenbewegungen an Widerständen im kurzfristigen Zeitfenster zu verkaufen - „Sell the Rallies“ im Stundenchart.

Bleiben wir aber vorerst noch im Tageschart aktiv. Unterhalb von 28,40 €/MWh, dem 50% Fibonacci Retracement der Dezember-Rallye in Kombination mit dem Swing-Hoch vom 28.11.2016, dürfte sich die Verkaufslaune der Marktteilnehmer nochmal verstärken und das Strom Frontjahr Base hätte Luft bis zum 61,8% Fibonacci Retracement bei 27,6 €/MWh (siehe Chart 1). Unterhalb dieser Unterstützungsmarke, die gleichzeitig wunderbar mit dem Zwischentief vom 21.10.2016 harmoniert, ist erst wieder auf der gestrichelte Aufwärtstrendlinie bei ca. 27 €/MWh, der 26,65 €/MWh-Marke und auf der wichtigen 200-Tagelinie (derzeit bei 26,32 €/MWh verlaufend) mit neuem Kaufinteresse zu rechnen.

Die bearishe Grundstimmung würde sich zumindest kurzfristig wieder ins Gegenteil verkehren, wenn es den Strombullen gelingt, die Marke von 29,8 €/MWh zurück zu erobern. Denn wie wir im Stundenchart 2 erkennen können, befindet sich hier ein Widerstandsbereich, der in den letzten Handelstagen als „kleine“ obere Umkehr auf geringerer Zeitebene fungierte.

 

Denn das Strom Frontjahr Base machte im Rahmen der oben beschrieben Gegenbewegung in diesem Bereich Halt und bildete kein neues Hoch oberhalb von 29,80 €/MWh mehr aus. Mit dem Fall unter das Zwischentief bei 29,30 €/MWh und dem mittleren Bollinger Band auf Stundenbasis, welches gleichzeitig zuvor im Rahmen eines Polaritätswechsels noch kurzfristig bullish zu interpretieren war (siehe Pfeilmarkierungen), wurde der letzte Shortimpuls am Freitag getriggert. Wer den Preisverlauf des Frontjahres an dieser Stelle beobachtet hat, konnte feststellen, dass sich hier zahlreiche Verkaufsordes befunden haben müssen. Der Preisrutsch bis auf 28,60 €/MWh vollzog sich im Anschluss ziemlich dynamisch.

 

Technische Analyse der Emissionsrechte (Dec.17)

Werfen wir jetzt noch einen Blick auf den CO2-Tageschart für das Dec.17er-Zertifikat. Wie eingangs bereits erwähnt, üben die Emissionsrechte derzeit maßgeblichen Einfluss auf die Preisentwicklung des Strom Frontjahres Base aus.

In der langfristigen Betrachtung im Wochenchart 3 befinden sich die Emissionsrechte weiterhin in einem übergeordneten dreifach bestätigten langfristigen Abwärtstrend. Dieser ist bisher ungebrochen, gerät derzeit jedoch in ernsthafte Bedrängnis. Denn das letzte markante Zwischentief von Mitte Dezember lag oberhalb des Septembertiefs bei 3,87 €/tCO2 (siehe Halbkreismarkierungen). Damit ist die Abfolge tieferer Tiefs, welche wir trendbestätigend im letzten Jahr immer wieder beobachten konnten, nun nicht mehr gegeben. Dies sollte als Warnsignal interpretiert werden.

 

Ab Mitte Dezember startete eine starke Aufwärtsbewegung, die am Hochpunkt bei 6,62 €/tCO2 ein bemerkenswertes Ende fand. Ab hier ging es in der ersten Handelswoche dieses Jahres wieder rasant abwärts. Der starke Preisanstieg zwischen den Jahren wurde in der ersten Handelswoche um genau 61,8 % korrigiert (siehe Tageschart 4).

Die besagte Hürde bei 6,62 €/tCO2 auf der Oberseite ist auch insofern von zentraler Bedeutung, da sie bei Kursübertretung eine untere Umkehr in Form eines Doppelbodens zum Abschluss gebracht hätte. Der dadurch in Gang gebrachte Kaufimpuls wäre aufgrund des Kursanschlusspotentials in der Lage gewesen, den oben erwähnten Major-Abwärtstrend zu durchbrechen. Insofern kommt dieser Schlüsselmarke künftig eine maßgebliche Bedeutung zu.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist dieser Durchbruch allerdings nicht erfolgt und die CO2-Bären scheinen erstmal wieder die Oberhand zu gewinnen. Dies wird nicht zuletzt auch dadurch zum Ausdruck gebracht, als dass die einfach geglättete 200-Tagelinie erneut unterboten wurde und in diesem Zusammenhang auch das mittlere Bollinger Band preisgegeben werden musste. Die Augen sind demnach wieder Richtung Süden gerichtet und bei Unterschreiten des oben bereits erwähnten 61,8% Fibonacci Retracements bei 4,97 €/tCO2 dürfte die 4 €/tCO2-Marke wieder in den Fokus der Trader rücken.

 

            
Eine Rückeroberung des mittleren Bollinger Bandes auf Tagesschlusskursbasis, derzeit bei 5,53 €/tCO2 verlaufend, würde die Perspektiven allerdings wieder aufhellen. Oberhalb von 5,82 €/tCO2 sind die CO2-Bullen tendenziell wieder am Zug und ein Anstieg bis auf 6 € und höher sollte dann nicht verwundern.

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Autor: Stefan Küster

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