Blogeintrag

WeeklyReview CO2 - Entscheidung des Europaparlaments gibt CO2-Preisen Auftrieb

(Abbildungen nur für eingeloggte Nutzer sichtbar - siehe weitere Hinweise unten)

Die Bestätigung der neuen EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen durch das Europaparlament sorgte gestern für einen deutlichen Preisanstieg der EUAs, die bei 25,14 EUR/t CO2 schlossen. Von der Leyen hatte sich im Vorfeld für deutlich größere Anstrengungen zum Klimaschutz ausgesprochen. Der seit letzter Woche anhaltende Aufwind der CO2-Zertifikate wurde zuletzt durch mildere Wetteraussichten und damit verbundene geringere Nachfrage nach fossilen Brennstoffen gedämpft. Auch die Aussicht auf deutlich höhere Windenergie-Produktion in den kommenden Tagen trägt dazu bei.

Am kommenden Montag beginnt die UN-Klimakonferenz in Madrid. Schon im Vorfeld gibt es Diskussionen um die vom neuen EU-Klimakommissar Frans Timmermans ins Spiel gebrachte „Carbon Border Tax“. Demnach ist geplant, Importe aus Ländern mit geringen Anstrengungen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes mit einer zusätzlichen Steuer zu belegen, um Wettbewerbsverzerrungen Für europäische Unternehmen durch hiesige ehrgeizige Umweltauflagen auszugleichen. Die chinesische Seite kritisiert diese Pläne, da aus ihrer Sicht Klimaschutz nicht mit protektionistischen Maßnahmen umgesetzt werden solle. Vielmehr sollten die weltweiten Maßnahmen miteinander abgestimmt werden.

In 2018 wurde laut den Vereinten Nationen ein neuer Rekord in Sachen menschengemachter Treibhausgas-Emissionen aufgestellt. Der Leiter der World Meteorological Organization (WMO), Petteri Taalas, äußerte sich auf einer Pressekonferenz in Genf zu den Auswirkungen der Treibhausgas-Emissionen. Sollte die Menschheit ihr aktuelles Verhalten nicht ändern, dürften die globalen Temperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts um 3-5 Grad Celsius ansteigen und zerstörerische Auswirkungen mit sich bringen.

Laut einer Analyse des Informationsdienstes Carbonbrief ist die weltweite Stromproduktion aus Kohle in diesem Jahr um 3 Prozent geringer ausgefallen als 2018. Der stärkste Rückgang in der Kohleverstromung wurde mit -13 Prozent überraschenderweise in den USA verzeichnet, obwohl Präsident Trump die heimische Kohleindustrie stützen wollte. Hauptursache hierfür sind die immer stärker fallenden Kosten der erneuerbaren Energien. Der Kohleausstieg könnte also den Experten zufolge deutlich schneller vonstattengehen als zunächst angenommen, weil wirtschaftliche Erwägungen eine immer größere Rolle spielen. Weitere große Anteile am Rückgang der Kohleverstromung haben Industrieländer wie Deutschland und Südkorea. In China ist der Anteil der Kohleverstromung in diesem Jahr mit 3 Prozent nur halb so schnell gewachsen wie im Vorjahr. Dies hängt unter anderem mit dem stark zurückgegangenen Wirtschaftswachstum zusammen.

In Deutschland läuft die politische Diskussion über den geplanten Kohleausstieg weiter. Noch sind keine konkreten Details zum Braunkohleausstieg im Gesetzentwurf des Wirtschaftsministeriums enthalten. NRW-Ministerpräsident Laschet setzt sich unterdessen für die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks „Datteln 4“ ein. Dieses sei deutlich effizienter als ältere Kraftwerke und würde einen früheren Ausstieg aus der Braunkohleverstromung ermöglichen. Somit würde der CO2-Ausstoß insgesamt verringert.

Schon seit letzter Woche hat das Open Interest des an der Londoner Börse ICE gehandelten EUA-Dezember 2020-Kontraktes das seines 2019er Pendants überschritten. Die Bedeutung des bisherigen Benchmark-Kontraktes lässt damit immer mehr nach und die Augen richten sich von nun an auf den Nachfolge-Kontrakt. In der aktuellen Woche werden 11 Millionen neue Zertifikate an der EEX versteigert. Aufgrund der polnischen Auktion in der Kalenderwoche 49 werden es nächste Woche 15,8 Millionen neue EUAs sein, die auf den Primärmarkt kommen.

Rechtliche Hinweise

Autor: Stefan Küster

Verantwortlich: Die Internetseite www.EnergyCharts.de wird betrieben von der EnerChase GmbH & Co. KG. Sitz: Kaarst, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Neuss unter HRA 7829, vertreten durch die persönlich haftende Gesellschafterin EnerChase Verwaltung GmbH, Sitz: Kaarst, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Neuss unter HRB 20559 diese vertreten durch die Geschäftsführer Stefan Küster und Dennis Warschewitz.

Mögliche Interessenkonflikte: Der Autor Stefan Küster könnte zum Zeitpunkt der Analyseerstellung in den besprochenen Basiswerten investiert sein. Im Gesellschafterkreis der EnerChase GmbH & Co. KG liegen weitere Beteiligungen an Unternehmen vor, die in den besprochenen Basiswerten investiert sein könnten. Jedoch besteht kein beherrschender Einfluss durch die betroffenen Gesellschafter. (Offenlegung gemäß §85 WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte).

Keine Anlageberatung: Die Inhalte unserer Analysen dienen lediglich der Information und stellen keine individuelle Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Energie oder Derivaten dar.

Haftungsausschluss: Die EnerChase GmbH & Co. KG übernimmt in jedem Fall weder eine Haftung für Ungenauigkeiten, Fehler oder Verzögerungen noch für fehlende Informationen oder deren fehlerhafte Übermittlung. Handlungen oder unterlassene Handlungen basierend auf den von EnergyCharts veröffentlichten Analysen geschehen auf eigene Verantwortung. Es wird jegliche Haftung seitens EnergyCharts ausgeschlossen, sowohl für direkte wie auch für indirekte Schäden und Folgeschäden, welche im Zusammenhang mit der Verwendung der Informationen entstehen können.

Bitte den ausführlichen Disclaimer mit Nutzungsbedingungen und Haftungsausschluss beachten (hier klicken)!

 

Unsere Charts werden mit Tradesignal® erstellt, Daten aus Thomson Reuters Eikon.

Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

 

Kostenloser Inhalt inklusive Chart - Nur für registrierte Benutzer

Schloss Icon

Die Charts werden mit Software verschiedener Anbieter erstellt. Deren Regularien erfordern es zum Teil, dass die Charts nur für einen geschützten Mitgliederbereich zugänglich gemacht werden. Dem werden wir gerecht, in dem wir von unseren Lesern eine Registrierung verlangen. Diese ist kostenlos und unkompliziert. Die Daten werden selbstverständlich nicht an Dritte weitergegeben.

Bereits angemeldete User klicken bitte einfach unten auf Login. Neue User klicken bitte zum Registrieren auf "Registrierung".