Blogeintrag

WeeklyReview CO2 - EUAs lassen sich von Euphorie am Aktienmarkt nicht anstecken

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Im Handelskonflikt zwischen den USA und China hat es in dieser Woche weitere Entspannungssignale gegeben. Das derzeit in den Verhandlungen befindliche Teilabkommen soll laut Insidern, die von der "Financial Times" zitiert werden, auch eine Rücknahme von Zöllen auf chinesische Exporte in die USA beinhalten. Ab dem 15. Dezember würden ansonsten neue Zölle auf Mobiltelefone, Laptops und Spielzeuge in Kraft treten. China strebt in den Verhandlungen auch an, die bereits bestehenden Zölle zurückzunehmen. Die amerikanische Seite scheint zumindest bereit zu sein, in einem ersten Schritt die Anfang September in Kraft getretenen Zölle zu streichen. Der Ölmarkt wie auch die Aktienmärkte stiegen am Montag unter dem Eindruck dieser positiven Berichte deutlich. Der Dax konnte mit dem Durchbruch durch die 13.000er-Marke sogar ein Terrain zurückerobern, dass er anderthalb Jahre nicht mehr gesehen hatte. Der CO2-Markt konnte von dieser positiven Nachrichtenlage jedoch nicht wirklich profitieren und ging am Montag bei 25,63 Euro/t CO2 aus dem Handel, nachdem das CO2-Dez-19-Zertifikat in der Vorwoche noch über 26 Euro/t CO2 notierte. Am Dienstag wirkten die positiven Nachrichten bezüglich des Handelskonfliktes auf dem Ölmarkt noch positiv nach, der deutsche Aktienmarkt verharrte jedoch auf 13.150,8 Punkten (+0,09 Prozent). Brent Öl stieg um 1,1 Prozent auf 62,69 Dollar/bbl.

Viel Optimismus eingepreist

Ebenfalls zu Beginn der Woche wurden Daten aus Deutschland und der Eurozone veröffentlicht. Der deutsche Einkaufsmanagerindex stieg leicht auf 42,10 (zuvor 41,90). Auch die Eurozone überraschte leicht positiv: Der Einkaufsmanagerindex stieg leicht auf 45,90 (zuvor 45,70, erwartet 45,70). Damit verbleiben die Frühindikatoren für Deutschland und die Eurozone unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten, was schlussendlich auch auf den CO2-Preisen lastet. Diese notierten am Dienstag bei 25,51 Euro/t CO2. Der DAX zeigte sich am Mittwoch erneut von seiner freundlichen Seite. Er beendete den Tag über der 13.000-Punkte-Marke bei 13.179 Zählern, plus 0,2 Prozent. Weiterhin besteht die Hoffnung auf einen Durchbruch im Handelskonflikt USA versus China. Die Kursanstiege der Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks in den letzten Wochen lassen jedoch vermuten, dass viel Optimismus für eine baldige Lösung des Konfliktes bereits eingepreist wurde. Hoffentlich werden die Marktteilnehmer nicht enttäuscht, denn dies dürfte zu einem starken Einbruch an den Finanzmärkten führen.

Geringeres Volumen in Primärauktion in KW 46

Von diesem Optimismus ließen sich die Energiemärkte am Mittwoch nicht beeindrucken. Denn diese waren mit roten Vorzeichen versehen, obwohl es positive Daten von der deutschen Industrie gab. Die Industrieaufträge konnten mit plus 1,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat positiv überraschen, erwartet wurde lediglich ein Anstieg um 0,1 Prozent. Das CO2-Dez-19-Zertifikat beendete den Tag jedoch negativ und verlor 2,86 Prozent auf 24,78 Euro/t CO2. Am Donnerstag enttäuschten die Daten zum produzierenden Gewerbe in Deutschland. Wie das statistische Bundesamt mitteilte, war die Produktion im Produzierenden Gewerbe im September 2019 0,6 Prozent niedriger als im Vormonat. Der CO2-Markt agierte jedoch völlig losgelöst von diesen Daten und wertete am Donnerstag zuletzt um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vortag auf und handelte am Nachmittag bei 24,95 Euro/t CO2. In der nächsten Woche werden über den Primärmarkt deutlich weniger CO2-Zertifikate versteigert. Es stehen nur 11 Mio. EUAs zur Versteigerung an. Zum Vergleich wurden in der aktuellen Kalenderwoche 16,7 Mio. EUAs versteigert. Das geringere Angebotsvolumen könnte in der nächsten Woche einen positiven Impuls auf die CO2-Märkte haben. Nächste Woche Montag dürfte das Bruttoinlandsprodukt (Quartal) von UK von Interesse sein und am Dienstag stehen die deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen auf der Agenda. Am Mittwoch findet in den USA eine Anhörung des Fed-Vorsitzenden Powell statt und am Freitag kommen Zahlen zum amerikanischen Einzelhandel.

Autor: Stefan Küster

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