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WeeklyReview CO2 (KW 40): 200-Tage-Linie bietet weiter Unterstützung

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Während Bundeskanzlerin Merkel sich am Montag beim UN-Klimagipfel für das vergangene Woche Freitag nach nächtlichem Koalitionspoker veröffentlichte Klimapaket lobte, fällt die Bewertung der geplanten Maßnahmen der Bundesregierung deutlich kritischer aus. Der von der Regierung vorgesehene Preisrahmen von 10 bis 60 Euro wird von Experten aber als deutlich zu niedrig angesehen, es wurde ein Korridor von 50 bis 150 Euro genannt, bei dem eine spürbare Lenkungswirkung entfaltet werden würde. Insofern wird nun auch bereits Widerstand der Grünen im Bundesrat erwartet, die sich Nachbesserungen wünschen. Das Klimapaket wird also weiterhin für reichlich Gesprächsstoff sorgen. Von der Bundesregierung wird bis zum Jahre 2026 ein festgesetzter Preispfad von 10 Euro/t CO2 im Jahr 2021 bis auf 35 Euro/t CO2 im Jahr 2025 vorgegeben. Von 2026 an plant die Bundesregierung, den fixen CO2-Preis durch ein Handelssystem zu ersetzen, bei dem der Preis vom Markt bestimmt wird. Hierbei soll ein Mindestpreis von 35 Euro/t CO2 und ein Höchstpreis von 60 Euro/t CO2 vorgeschrieben sein.

Die aktuelle Woche ist von fallenden Preisen an den Terminmärkten geprägt

Von diesem bullishen Marktumfeld war in dieser neuen Woche jedoch nichts mehr zu spüren. Die europäischen Einkaufsmanagerindizes zeichneten ein enttäuschendes konjunkturelles Bild und schickten die Energierohstoffe ebenso auf Talfahrt wie die rückläufigen Ölpreise. In Bezug auf die Emissionszertifikate machte sich auch die Insolvenz des britischen Flug- und Reisekonzerns Thomas Cook bemerkbar. Die Sorge vor geringerer Nachfrage nach EUAAs und EUAs schickte die EUAs am ersten Tag der Woche im Tiefpunkt bis auf 25,59 Euro/t CO2. Die Auktionsergebnisse waren angesichts der schwachen Entwicklung des Sekundärmarktes ebenfalls enttäuschend.

Wahrscheinlichkeit eines No-Deal-Brexit etwas gesunken

Der insgesamt schwache Energiemarkt sorgte am Dienstag dafür, dass selbst die für EUAs eigentlich bullishen Nachrichten über die Aufhebung der Parlamentszwangspause in Großbritannien durch das oberste Gericht nur kurzfristig zu steigenden Notierungen bei den Emissionszertifikaten führte. Durch die erneute Blamage von Premier Johnson und die Wiederaufnahme des Parlamentsbetriebs dürfte die Wahrscheinlichkeit eines No-Deal-Brexits mit chaotischen Folgen für den europäischen Emissionsmarkt abermals gesunken sein. Die Auktionsergebnisse fielen erneut schwach aus und der EUA-Dezember-Kontrakt fiel auf Tagessicht um 1 Prozent auf 25,54 Euro/t CO2.

Stimmung in deutscher Wirtschaft leicht gestiegen, Aussichten skeptisch

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich nach den Erkenntnissen des deutschen Ifo-Instituts in München im September nicht weiter verschlechtert. Nachdem das Barometer im August mit 94,3 auf den niedrigsten Wert seit November 2012 gefallen war, gab es im September einen minimalen Anstieg um 0,3 Punkte. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Befragten ihre Geschäftslage günstiger als zuletzt, ihre Aussichten für die kommenden sechs Monate allerdings etwas skeptischer einschätzten. Nach Äußerungen von Präsident Trump über den Handelskonflikt mit China fiel auch der Ölpreis am Dienstag erneut. Der Brent Frontmonatskontrakt verlor 2,58 Prozent und schloss bei 63,10 Dollar/bbl. Am Mittwoch fielen die Preise der Energierohstoffe angesichts schwacher Nachfrage und starkem Angebot abermals. Die Emissionszertifikate notierten zum Handelsschluss 1,33 Prozent schwächer bei 25,20 Euro/MWh. Am Donnerstag gelang eine Stabilisierung und das CO2-Dez-19 Zertifikat handelte zum Tagesschluss bei 25,64 Euro/t CO2. Die Woche endete am Freitag nach einem Test der 200-Tage-Linie bei 25,30 Euro/t CO2.

Ausblick

Während in dieser Woche (KW 39) insgesamt 15,8 Mio. EUAs zur Versteigerung anstehen, werden in der kommenden Woche KW 40 lediglich 11,1 Mio. neue Zertifikate auf den Markt kommen. Diese Angebotsreduktion sollte preisstützend wirken. Am morgigen Freitag werden in den USA Daten zu den Investitionen in langlebige Gebrauchsgüter veröffentlicht. Am kommenden Montag wird der Verbraucherpreisindex für Deutschland Aufschluss über die Inflation geben. In den USA wird am selben Tag der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago, ein allgemein stark beachteter Konjunkturindikator, veröffentlicht. Am Dienstag der kommenden Woche stehen Inflationsdaten für die Eurozone sowie der ISM Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes auf dem Programm. Am Tag der Deutschen Einheit (3.10.) findet zwar kein Handel an den Aktienbörsen statt, die EEX in Leipzig wird als europäische Börse jedoch geöffnet sein. An diesem Tag wird der europäische Einkaufsmanagerindex (PMI) veröffentlicht. Wie jeden Monat wird das US-Arbeitsministerium am ersten Freitag des Oktobers, also am 4.10., den Arbeitsmarktbericht veröffentlichen. Dieser wird von den Marktteilnehmern für gewöhnlich mit Spannung erwartet und liefert starke Impulse für die Preisentwicklungen.

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Autor: Stefan Küster

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